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Haltung von Teppichpythons

3. Haltung von Teppichpythons

Nachdem wir jetzt ein paar Vorurteile und Mythen über Teppichpythons geklärt haben, kommen wir zum Kernthema, der Haltung und Pflege von unseren Teppichpythons! In den folgenden Absätzen werden wir uns mit den Themen Terrarium, der Terrarieneinrichtung, dem Bodengrund bzw. Substrat, der Beleuchtung und der Heizung beschäftigen. Im Anschluss werden wir dann noch auf die Fütterung und die Versorgung mit Wasser eingehen.

Haltung und Pflege von Teppichpythons

3.1 Terrarien für Teppichpythons

Wenn man sich Gedanken um die richtige Haltung von Teppichpythons macht, dann ist natürlich das passende Terrarium zur Haltung dieser durchaus auch baumbewohnenden Schlangen sehr wichtig. Dies bedeutet insbesondere, dass Klettermöglichkeiten vorhanden sein sollten. Hier findet man im Zubehörhandel oder Gartenzentrum eine Vielzahl passender Äste oder Wurzeln, die auch bei Kontakt mit Feuchtigkeit nicht sofort schimmeln und deshalb für den Einsatz in Terrarien für Teppichpythons geeignet sind. Alternativ dazu können auch Plattformen, wie sie auf den Fotos zu erkennen und bei uns im Einsatz sind, verwendet werden. Letztere bieten den Vorteil, dass sie leicht zu reinigen sind und die Teppichpythons grundsätzlich das Ruhen auf einer Fläche in der Höhe gegenüber des Ruhens auf einem dünnen Ast zu bevorzugen scheinen. Teppichpythons sollten insbesondere aufgrund ihrer Leidenschaft für das Klettern und Jagen aus der Höhe nicht in Racksystemen gehalten werden. Solltet ihr also noch kein schönes, geräumiges Terrarium für euren neuen Teppichpython haben, dann wird es spätestens jetzt Zeit dafür.

3.1.1 Die Haltung von Baby-Teppichpythons

Während, wie eben geschrieben, adulte Teppichpythons nicht in Racks gehalten werden sollten, bilden insbesondere junge Teppichpythons bis ca. 12 Monate hier eine Ausnahme. Auch wir benutzen zur Haltung unserer Baby-Teppichpythons Racksysteme, die mit BraPlast Dosen bestückt werden, die ca. 18cm x 18cm x 18cm groß sind. Selbstverständlich können aber natürlich auch kleine Glasterrarien, sogenannte „Spinnenwürfel“, verwendet werden. Der Grund für diese verhältnismäßig kleinen Terrarien ist einfach das Sicherheitsbedürfnis der Tiere, die natürlich schon aufgrund Ihrer geringen Größe aus jeder Richtung Fressfeinde erwarten. Zu große Terrarien setzen die Baby-Teppichpythons nur unnötigem Stress aus, was sich dann häufig in Futterverweigerung oder schlimmstenfalls Krankheit niederschlägt. Dauerhafter Stress wirkt sich negativ auf das Immunsystem der Tiere aus. 
Jedes Aufzuchtbehältnis verfügt bei uns über eine auf 31°C geregelte Heizmatte, die die hintere Hälfte des Bodens erwärmt, und eine Klettermöglichkeit, welche insbesondere für die Fütterung wichtig ist, da die Baby-Teppichpythons gerne von einem „Ast“ zuschlagen. Als Einstreu verwenden wir ein staubfreies Weichholzgranulat. Bei dem Einsatz von jeglichem Einstreu sollte darauf geachtet werden, dass die Füllhöhe höchstens 0,5cm entspricht, da die Heizmatte sonst nutzlos wird. Auf den Einsatz eines Trinknapfes verzichten wir bei uns in dieser Terrariengröße bewusst, da die Tiere diesen nur regelmäßig mit Einstreu füllen würden. Stattdessen werden die Innenwände der Boxen täglich mit einer Gloria Handsprühpumpe benetzt, so dass die Baby-Teppichpythons die Wassertropfen direkt von der Oberfläche trinken können. Dies entspricht der Aufnahme von Wasser von Blättern nach einem Regenschauer und hat sich bei uns sehr bewährt, da gleichzeitig natürlich auch die Luftfeuchtigkeit erhöht wird! Alle unsere Tiere häuten sich in einem Stück. Die Raumtemperatur in unserem Babyraum wird automatisch durch ein sprechendes Heizkörperthermostat auf 27°C geregelt, wobei wir die Nachtabsenkung auf 25°C einstellen, was einer verhältnismäßig geringen Absenkung entspricht.

3.1.2 Die Haltung von subadulten Teppichpythons

Für die Haltung unserer subadulten Teppichpythons, also zum Beispiel den Tieren, die wir behalten und später selber für die Zucht einsetzen wollen, verwenden wir Kunststoffterrarien der Größe 40cm x 40cm x 40cm. Diese „Cubes“ verfügen über eine Ablagefläche auf halber Höhe, die den Tieren einen wunderbaren Platz zum Lauern bietet, sowie eine Bodenheizung, die auf 31°C geregelt ist. Zusätzlich setzen wir in dieser Terrariengröße erstmal Trinknäpfe ein, welche täglich mit frischem Wasser gefüllt werden. Als Bodengrund verwenden wir Küchenpapier, da sich das Entfernen von Einstreu aus dieser Terrariengröße als äußerst unpraktisch erwiesen hat. Küchenpapier ist eine hygienische, leicht zu wechselnde Alternative und deutlich ästhetischer als z.B. Zeitungspapier. Damit die subadulten Teppichpythons noch eine zusätzliche Versteckmöglichkeit bei dem jetzt doch deutlich größeren Raum haben, verfügt jeder Cube über eine zur Höhle umfunktionierte kleine Spülschüssel. Dies dient ebenfalls wieder der Hygiene, da die Spülschüsseln leicht abzuwaschen und ggf. sogar spülmaschinengeeignet sind. Dazu wird aus den Schüsseln einfach ein Halbkreis ausgeschnitten und die Schüssel dann umgedreht.

3.1.3 Die Haltung von adulten Teppichpythons

Da Teppichpythons auch baumbewohnend, semi-arboreal, leben, sollten sie in einem schönen, geräumigen Terrarium gehalten werden, in dem sie auch klettern können. Hierzu muss das Terrarium natürlich mit dicken Ästen oder Plattformen ausgestattet sein. Unsere Terrarien für adulte Teppichpythons haben die Maße 120cm x 70cm x 80cm und verfügen über zwei Plattformen auf unterschiedlicher Höhe. Jede dieser Plattformen ist groß genug für einen ausgewachsenen Teppichpython und mit Weichholzgranulat bestreut. Unsere Terrarien werden für uns in einem örtlichen Handwerksbetrieb maßgefertigt. Als Material verwenden wir weiße Melaminharz-beschichtete Spanplatten von hoher Qualität mit silikonversiegelten Fugen. Die Terrarien aus diesem Material sind robust, abwaschbar und man erkennt sämtliche Verschmutzungen schon im Vorbeigehen. Durch eine Plattenstärke von 19mm sind sie gleichzeitig gut isoliert. Natürlich gibt es Alternativen, z.B. moderne Kunststoffterrarien, diese sind jedoch teils deutlich teurer. Glasterrarien sollte man aufgrund der schlechten Isolation meiden. Da wir bis zu 120 dieser Zuchtterrarien pro Raum betreiben, regeln wir die Lufttemperatur nicht mehr in jedem Terrarium, sondern regeln gleich den gesamten Raum mit Hilfe elektrischer Thermostate und Stellmotoren an den Heizkörpern auf 27°-28° C. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass Teppichpythons aus unterschiedlichen Herkunftsgebieten, z.B. Diamantpythons und Bredlis, nicht in einem Raum gehalten werden können, da die Temperaturabweichungen in ihren Lebensräumen zu groß sind. Als „Spot“, also die Stelle, an welcher sich die Teppichpythons aufwärmen können, verwenden wir spritzwassergeschützte 40 Watt Heizmatten, an welche jeweils direkt die Fühler unserer Thermostate befestigt sind. Somit wird sichergestellt, dass die Temperaturen der Heizmatten jederzeit einfach gesteuert und mit einem Blick abgelesen werden können. Heizmatten sollten niemals ohne ein zuverlässiges und qualitativ hochwertiges Thermostat betrieben werden! Unsere Heizmatten sind auf ca. 34°-38° eingestellt, wodurch die Tiere einen optimal temperierten Ort zum Aufwärmen zur Verfügung haben. Ferner ist jedes Terrarium mit zwei Versteckmöglichkeiten ausgestattet, wobei wir auch hier wieder auf leicht zu reinigende, umgedrehte Spülschüsseln setzen. Eines dieser Verstecke befindet sich stets auf der Heizmatte, das andere auf der gegenüberliegenden, kühleren Seite. In Kombination mit den beiden unterschiedlich hohen Plattformen verfügen unsere Terrarien somit über verschiedene Temperaturzonen, die je nach Bedarf von den Tieren aufgesucht werden können. In der Mitte eines jeden Terrariums befindet sich ein schwerer Trinknapf, der nicht so einfach von den Tieren umgeschmissen werden kann. In der Literatur wird oft davon gesprochen, dass die Tiere ein zum Baden geeignetes Gefäß benötigen. Wir haben unseren Tieren über 6 Jahre hinweg jeweils ein solches Becken zur Verfügung gestellt und konnten dabei beobachten, dass weniger als 5% tatsächlichen Gebrauch davon machen. Dafür wurden diese Gefäße aber regelmäßig überschwemmt und umgeworfen, was zu erheblichen Verunreinigungen in den Terrarien geführt hat, insbesondere in Kombination mit Kot und Urin. Schlussendlich haben wir für uns entschlossen, dass keine Badegefäße mehr zur Verfügung gestellt werden, da das Nutzen-Probleme-Verhältnis dies nicht gerechtfertigt hat. Wir vermuten, dass bei einer ausreichenden Luftfeuchtigkeit, entsprechender Hygiene und milbenfreiem Bestand der Bedarf der Tiere nach einem Bad deutlich geringer ist. Die Luftfeuchtigkeit steuern wir durch Luftbefeuchter und Hygrostate auf ca. 50-60%. Dafür benötigen wir einen Luftbefeuchter pro 45 Kubikmeter Raumvolumen. Hier haben sich solche Luftbefeuchter bewährt, die das Wasser kochen und verdampfen. Das ist zwar natürlich energieintensiver, tötet jedoch Keime und Bakterien ab und verhindert eine Ausbreitung über die Luft.

3.2 Substrat

Als Bodengrund in unseren Zuchtterrarien benutzen wir helles Weichholzgranulat von hoher Qualität, da für uns insbesondere die Staubfreiheit sehr wichtig ist. Selbstverständlich machen sich Teppichpythons in freier Wildbahn herzlich wenig Gedanken über den Untergrund, auf dem sie gerade fressen. Um jedoch möglichst jedes Verletzungsrisiko für die Tiere in den Terrarien auszuschließen, gehen wir lieber auf Nummer sicher und meiden große oder spitze Holzstücke im Einstreu, die die Teppichpythons gegebenenfalls verletzen könnten. Bei feinem Weichholzgranulat ist sichergestellt, dass die Tiere dieses ohne Probleme schlucken und verdauen können, sollte einmal ein Futterbiss daneben gehen und die Schnauze im Einstreu landen. Einige Zeit lang haben wir Zeitungspapier als Bodengrund verwendet, sehen davon jedoch inzwischen ab. Sogenanntes "spot cleaning" ist bei Zeitungspapier nicht möglich, es muss also immer die komplette Zeitung gewechselt werden. Auch lässt sich Schmutz auf dem Weichholzgranulat wesentlich besser erkennen als auf ggf. dunkler Zeitung. Schlussendlich ist Zeitungspapier nicht sonderlich saugstark, so dass bei größeren Mengen Kot und Urin regelrechte Rinnsale durch das Terrarium fließen können. Für uns hat sich herausgestellt, dass der Einsatz von Zeitungen unter dem Strich arbeitsintensiver ist, als die Verwendung von Weichholzgranulat bzw. Einstreu allgemein.

3.3 Beleuchtung

Hier bei StarPythons benutzen wir in allen unseren Räumen LED Röhren im Format der alten Leuchtstoffröhren, mit einer Farbtemperatur von 6500 Kelvin, was Tageslicht entspricht. Diese sind mit Zeitschaltuhren verbunden, so dass wir die Beleuchtungsdauer in den Räumen je nach Jahreszeit steuern können. Im Sommer ist das Licht von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends angeschaltet, im Winter von 9 Uhr morgens bis 6 Uhr abends. In den Terrarien selber verwenden wir zusätzlich warmweiße LED Leuchten, die ebenfalls über Zeitschaltuhren gesteuert werden. Eine UV Beleuchtung ist nicht zwingend notwendig, schadet aber auch nicht. Auf den Einsatz von Spotstrahlern verzichten wir vollständig, da wir den "Spot" zum einen durch unsere Heizmatten umsetzen, zum anderen wollen wir bewusst Wärme nicht durch Licht darstellen, da dies in Zeiten wo die Beleuchtung bereits aus, aber die Wärme noch an sein soll, zu Konflikten führen kann.

3.4 Heizung

Die richtigen Temperaturen im Terrarium sind entscheidend für die Gesundheit und das Wohlergehen von Teppichpythons. Wie oben bereits erörtert, muss dabei sowohl auf die durchschnittliche Raumtemperatur, als auch auf ein vernünftiges Temperaturgefälle und einen optimalen Spot zum Aufwärmen geachtet werden. Hat man einen Hobbyraum, in welchem sich nur Teppichpythons oder andere Reptilien befinden, so sollte man die Temperatur für den gesamten Raum regeln, und nicht für jedes Terrarium einzeln. Hier bei StarPythons verwenden wir zusätzlich Deckenventilatoren, um ein zu starkes vertikales Temperaturgefälle im Raum zu verhindern - anderenfalls könnten die unteren Terrarien deutlich kühler sein als die oberen. Sollte das Heizen des gesamten Raumes keine Option sein, so muss man natürlich für jedes Terrarium eine passende Heizung installieren, vielleicht sogar mehrere, in Abhängigkeit von der Größe und der Isolation. Glasterrarien schließen Wärme natürlich viel schlechter ein, als z.B. Becken aus 19mm dicken Spanplatten. Ich empfehle dabei die Verwendung einer spritzwassergeschützten Heizmatte auf der einen Seite des Terrariums, und einen mittig an der Decke installierten Keramikstrahler, der nur Wärme und kein Licht abgibt. ACHTUNG: Lampen und Strahler in Terrarien sind IMMER durch geeignete Schutzkörbe zu sichern, anderenfalls können sich die Tiere schwerste Verbrennungen zuziehen! Im Zubehörhandel gibt es bereits Thermostate mit zwei Fühlern, so dass gleichzeitig die Heizmatte und die Raumtemperatur gesteuert werden können. Einen Fühler sollte man dabei direkt am Spot platzieren, den zweiten auf Höhe des Keramikstrahlers. So hat man auf der einen Seite den benötigten Spot zum Aufwärmen, regelt die Temperatur im gesamten Terrarium, und schafft gleichzeitig noch einen etwas kühleren Bereich auf der gegnüberliegenden Seite - Stichwort Temperaturgefälle. So bekommen die Teppichpythons die Möglichkeit sich jederzeit in dem aktuell präferierten Temperaturbereich aufzuhalten.

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